Unser Verständnis von Erziehung

 

 Wir möchten Kinder zu selbsttätigem Lernen anregen, denn Bildung kann nicht vermittelt werden. Bildung geschieht beiläufig, wenn Kinder aktiv handelnd, selbst ihre Erfahrungen machen dürfen und Dinge ausprobieren. Entweder im Spiel mit anderen oder auch ganz für sich allein. Grundlage ist, dass Kinder sich wohlfühlen und Bezugspersonen im Kindergarten haben. Dann können sie soziale Kontakte knüpfen, Freundschaften schließen, eigene Interessen im Spiel verwirklichen und Erfahrungen in der Gesamtgruppe oder in altershomogenen Gruppen sammeln.

 

Wie Kinder lernen

Kinder wollen und sollen die Welt entdecken! Mit allen Sinnen. Das Interesse und die Neugier von Kindern sind die Ursache und Ausgangssituation für das Lernen überhaupt. Wir bieten Lernimpulse und gestalten Angebote, die sich entweder an den Interessen der Kinder orientieren und/oder am Jahres- und Festkreis. Unsere gezielten Angebote und Projekte richten wir gerne nach den Interessen der Kinder aus, um so Ausdauer und Freude am Lernen zu wecken. Wenn bei den Kindern kein Thema zu beobachten ist, ermöglichen wir Situationen, die Neugier wecken und zum Fragen anregen. Wir schaffen Anreize durch Raumgestaltung oder mit interessanten Spielmaterialien, bieten ihnen Entdeckungsmöglichkeiten und unterstützen ihren Forscherdrang. Diese Selbsttätigkeit erweitert ihr Erfahrungswissen und stärkt sie in ihrem Selbstvertrauen. Ihre Selbstwirksamkeit erfahren die Kinder durch täglich eigenständig zu treffende Entscheidungen im offenen Haus. Bei genauem Betrachten zeigt sich, dass die Kinder einem eigenen Plan folgen, wenn sie sich durch das offene Haus bewegen. Und auch wenn ein Kind scheinbar planlos im Flur an der Garderobe sitzt, dann verfolgt es damit einen Plan. Entweder wartet es auf einen Freund, der noch im Kinderrestaurant beim Vespern sitzt oder es möchte sich die neuesten Fotos im Digitalen Bilderrahmen anschauen oder wartet, bis der Garten öffnet. Das Kind entscheidet, wann es was und mit wem spielen möchte. Wir freuen uns mit jedem Kind, wenn es diesen Entwicklungsschritt geschafft hat.

Wir unterstützen die Selbständigkeitsentwicklung der Kinder, indem wir ihnen einiges zutrauen, ihnen vertrauen. In den drei Jahren, die Kinder bei uns im Kindergarten sind, entdecken sie Tag für Tag ein bisschen mehr von unserem großen Haus mit den unterschiedlichen Stockwerken, verschiedenen Räumen und vielen Erzieherinnen.  Wichtig ist für uns, dass sich die Kinder wohlfühlen. Sie sollen erfahren, dass sie so angenommen werden, wie sie sind. Wir lassen Kindern Zeit für ihre individuelle Entwicklung, achten aber darauf, bei Bedarf Fördermaßnahmen anzustoßen. Individuelle Begleitung –bei Antragsstellung der Eltern unter Einbeziehung einer Integrationskraft- unterstützt das Kind in seiner Entwicklung, damit es sein Potential seinen Möglichkeiten entsprechend entfalten kann. Jedes Kind soll sich als wertvoll für die Gemeinschaft erleben, den Umgang mit anderen erproben und sich als Freund anderer erfahren.

 

Beteiligungsmanagement für Kinder

Wir möchten die Kinder an Ihren Bildungsprozessen beteiligen und jedem Kind die Möglichkeit bieten sich zu seinen Bedürfnissen zu äußern, eigene Erlebnisse und Erfahrungen mit einzubringen und verschiedene Fragestellungen und Meinungen kennen zu lernen. Umgesetzt wird das Beteiligungsmanagement im Morgenkreis, in der Gruppenzeit, aber auch spontan im Freispiel oder bereits bei der Begrüßung. Schwerpunktmäßig geht es hier um die Bedürfnisse und Befindlichkeiten des einzelnen Kindes: Womit und mit wem möchte es sich heute beschäftigen? Beschäftigt das Kind oder die Gruppe ein Thema?
In Kinderkonferenzen, die zu bestimmten Themen oder vor Festen stattfinden – sowohl gruppenintern als auch einrichtungsübergreifend oder mit den Angebotsgruppen – werden die Kinder zur Mitbestimmung angeregt. Hieraus bilden sich weitere Beteiligungsforen, wie z.B. Projektbeteilungen.

 

Förderung

Kinder müssen sich eine körperliche, emotionale, soziale und geistige Grundausstattung aneignen, um gerüstet zu sein für die Anforderungen, die das Leben an sie stellt. Diese Kompetenzen können nicht über Förderprogramme – schon gar nicht mit intellektuellen Fördermaßnahmen – vermittelt werden. Uns ist es wichtig, dass die Kinder in unserem Haus auf Entdeckungsreise gehen, ohne Zwang gestalten, spielen, malen, basteln und sich bewegen. Unsere Förderung zielt dahin, die Eigeninitiative der Kinder zu fördern, um sie in Ihrer Entwicklung zu selbständigen, selbstbewussten, kreativen und sozialfähigen Menschen zu unterstützen.
Während der gesamten Kindergartenzeit –in der Regel 3 Jahre- erwirbt Ihr Kind die Fähigkeiten, die es auf die Schule vorbereiten soll.

 

Altershomogene Gruppen

Schon die „kleinen Wichtel“ und auch die Mittleren („Sonnenstrahlen“) treffen sich in einer altershomogenen Gruppe am Mittwoch, um Material- und Raumerfahrungen zu sammeln, Aufgabenstellungen zu lösen, Gruppenerfahrungen mit Gleichaltrigen zu machen und gemeinsames Tun zu erleben.
Obwohl „Vorschule“ (Begriffsdefinition: Zeit vor der Schule) ein fortlaufender Prozess innerhalb des Kindergartengeschehens, und keine isolierte und losgelöste Einzelmaßnahme ist, ist es für die 5-6 Jährigen trotzdem etwas ganz besonderes und lang Ersehntes, ein „Großer“, ein „ABC-Kind“ zu sein.
Die ABC-Kinder aus allen Gruppen treffen sich am Mittwochvormittag und arbeiten und Spielen gemeinsam, oder arbeiten an einem ABC-Projekt (z.B. Martinsspiel). Besondere Höhepunkte sind der Ausflug mit den ABC-Kindern, der Abschlussabend sowie der Rausschmiss aus dem Kindergarten.

 

Sprachförderung

Durch tägliches Sprechen im Spiel, Gespräche im Kreis, Singen, Kreisspiele usw. verbessern die Kinder im Alltag ihre sprachlichen Fähigkeiten.

Jüngere Kinder mit Sprachförderbedarf werden von einer Sprachförderkraft immer wieder im Alltag begleitet oder machen ein Kleingruppenangebot (Sprachförderung ISK). Ältere Kinder mit und ohne Sprachförderbedarf erleben gemeinsam bei einer Musikpädagogin und unter Begleitung einer Erzieherin eine Stunde pro Woche mit Singen, Bewegung und Sprechen (Sprachförderung nach dem Model Singen-Bewegen-Sprechen in Kooperation mit der Musikschule Iller-Weihung).

 

 

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